Inklusion in Bayern:

Inklusion in Bayern und UN-Behindertenkonvention:

Ausgangspunkt der Inklusiunsdebate ist die Unterzeichnung der UN-Behindertenkonventio durch die Bundesregierung - also einer völkerrechtlichen Vereinbarung, die bessere Rechte für Behinderte einfordert und auch das Thema Schule beinhaltet.

Hoffnungen, daß diese Vereinbarung in Deutschland unmittelbar gilt, wurden bisher noch nicht allgemeinverbindlich festgestellt, so daß man im jeweiligen Bundesland abwarten muß, was der Gesetzgeber konkret umsetzt.

Inklusion in Bayern und Wahlrecht:

Bayern verhält sich hierbei wie der Großteil der Bundesländer, die ihre Inklusionsbemühungen verstärken, aber kein Wahlrecht einführen.

Hintergrund hierzu ist, daß zwar niemand offen etwas gegen Inklusion sagt, aber viele Strömungen bestehen, die eine Einführung im Weg stehen:

  • Für die Kummunen als Schulträger käme ein Wahlrecht auf den Besuch einer normalen Schule sehr teuer zu stehen: Für körperbehinderte Schüler müßte Barrierefreiheit (bspw. Einbau eines Fahrstuhls) geschaffen werden, für sehbehinderte Schüler teuere technische Geräte und für hörbehinderte Schüler müßten die Wände schallisoliert werden. Schätzungen zu den Kosten je Schule liegen meist im hohen 6-stelligen Bereich.
  • Je nach Schweregrad bräuchten die Schüler jeweils einen Schulbegleiter. Dies ist erkennbar wesentlich teuerer, als wenn in Sonderschulen ein Sonderpädagoge für mehrere Schüler zuständig ist. Wer dafür finanziell auskommt, schiebt man sich gerne wechselseitig zu...
  • Und die Lehrerverbände agitieren auch dagegen, daß dies nicht zu bewältigen ist.

Nach alledem sollte man sich auf olitischer Ebene nicht allzu große Hoffnungen auf ein kurzfristiges Wahlrecht machen, zumal Entwicklungen in anderen Bundesländern bereits aufzeigen, daß teils schon wieder dazu übergegangen wird, bestimmte Gruppen auszunehmen - bspw. in Bremen die relevante Gruppe verhaltensauffälliger Schüler...

Inklusion in Bayern - Inklusionsschulen, Inklusionsklassen:

Inklusion ist grundsätzlich überall möglich.

In Bayern gibt es allerdings zusehendes Schulen mit Inklusionsprofil - Inklusionsschulen bzw. Inklusionsklassen.

Das ist in der Praxis nicht ohne, denn solche Schulen tendieren oftmals dazu, auch Schüler, die eigentlich keinen sonderpädagogischen Förderbedarf haben, auch in dieses Raster zu packen: Mitunter weil sonderpädagogische Lehrkräfte nur eine bestimmte Stundenzahl pro Schüler kommen und man dann mehrere Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf benötigt, will man den Sonderpädagogen die ganze Zeit haben...

Insofern sollte man gerade in solchen Schulen sehr sensibel sein und Anwandlungen der Schule sonderpädagogischen Förderbefdarf betreffend frühzeitig entgegentreten. In jedem Fall sollte man es genau beobachten. Wird es brnzlig, kontaktieren Sie mich bitte frühzeitig, dann kann man das Ganze einfacher eindämmen.

Inklusion in Bayern - Vorteil oder Nachteil:

Insgesamt sollte man mit dem Konstrukt Inklusion vorsichtig umgehen:

Viele Schulen versuchen dies erst einmal als Vorteil zu verkaufen. Oftmals werden auch Schüler mit bloßer Legasthenie, Dyskalkulie oder ADHS massiv unter Druck gesetzt, daß man sie nur bei festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf und inklusiver Beschulung weiter unterstützt.

Fakt ist, daß sonderpädagogischer Förderbedarf stigmatisiert, auch wenn man im Falle der Inklusion erst einmal in der alten Klasse bleibt. Und auch auf der Leistungsebene kann dies zu Nachteilen führen. Spätestens wenn es um den Wechsel in eine andere Schule geht (also in Klasse 4) muß der sonderpädagogische Förderbedarf wieder aufgehoben werden, da weiterführende Schulen meist gar keine Inklusion betreiben.

Aus all diesen Gründen sollten Sie vor der Resignation der Wünsche der Schule auf sonderpädagogischen Förderbedarf und Inklusion zumindest eine Erstberatung tätigen, ob dies in Ihrem konkreten Fall wirklich notwendig und nicht zu verhindern ist.