Mobbing Schule Bayern - Aufsichtspflichten Schule Bayern:

Ein pikantes Thema ist Mobbing in den Schulen, insbesondere unter Berücksichtigung der Aufsichtspflichten von Lehrern in Schulen.

Mobbing Schule und Aufsichtspflichten in den Schulen Bayerns - reale Situation:

Unter dem Aspekten:

  • man könne "ja nicht alles sehen",
  • Kinder müssen auch etwas "unter sich ausmachen", weil sie sonst kein Selbstbewußtsein entwickeln und
  • man müsse den Kindern ja "gewisse Freiräume lassen"

ist es heute leider vielfach so, daß die "Wegschau-Mentalität" in der Schule ihre nachhaltigste Prägung fürs Leben erhalten dürfte.

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Mobbing Schule und Aufsichtspflichten in den Schulen Bayerns - Regelungen:

Zu konstatieren ist zunächst, daß sich Bayern nicht besonders hervortut in der Regelung von Aufsichtspflichten. In den einzelnen Schulordnungen finden sich nur rudimentäre Regelungen:

§ 37 Volksschulordnung (VSO) Bayern
(1) Die Aufsichtspflicht der Schule erstreckt sich auf die Zeit, in der Schülerinnen und Schüler am Unterricht oder an sonstigen Schulveranstaltungen teilnehmen, einschließlich einer angemessenen Zeit vor Beginn und nach Beendigung des Unterrichts oder der Schulveranstaltung. Als angemessene Zeit vor Beginn des Unterrichts gelten 15 Minuten, als angemessene Zeit nach Beendigung gilt die Zeit bis zum Weggang der Schülerinnen und Schüler aus der Schulanlage. Darüber hinaus werden die Grundschülerinnen und Grundschüler bei bedarf ab 7.30 Uhr beaufsichtigt. Die Aufsichtspflicht erstreckt sich auch auf Freistunden, auf sonstige Zeiten, in denen sich Schülerinnen und Schüler berechtigt im Schulgebäude aufhalten, und auf Pausen; während einer Mittagspause besteht die Aufsichtspflicht der Schule, sofern keine anderweitige Beaufsichtigung besteht, z.B. durch eine Mittagsbetreuung, und es den Schülerinnen und Schülern im Hinblick auf die Pausenzeit nicht zumutbar ist, für die Mittagspause nach Hause zu gehen.
(2) Der Umgang der Aufsichtspflicht richtet sich nach der geistigen und charakterlichen Reife der zu beaufsichtigenden Schülerinnen und Schüler...

§ 40 Realschulordnung (RSO) Bayern
(1) Die Aufsichtspflicht der Schule erstreckt sich auf die Zeit, in der Schülerinnen und Schüler am Unterricht oder an sonstigen Schulveranstaltungen teilnehmen, einschließlich einer angemessenen Zeit vor Beginn und nach Beendigung des Unterrichts oder der Schulveranstaltungen. Auch in Freistunden sind die Schülerinnen und Schüler zu beaufsichtigen.... Während sonstiger Zeiten, in denen sich Schülerinnen und Schüler in der Schulanlage aufhalten, hat die Schule für eine angemessene Beaufsichtigung zu sorgen.
(2) Der Umgang der Aufsichtspflicht richtet sich nach der geistigen und charakterlichen Reife der zu beaufsichtigenden Schülerinnen und Schüler.

§ 38 Gymnasialschulordnung (GSO) Bayern
Für Schülerinnen und Schüler, die sich aus unterschiedlichen Gründen oder im Zusammenhang mit sonstigen Schulveranstaltungen in der Schulanlage aufhalten oder die an Schulveranstaltungen außerhalb der Schulanlage teilnehmen, hat die Schule für eine angemessene Beaufsichtigung zu sorgen. Der Umfang der Aufsichtspflicht richtet sich nach der geistigen und charakterlichen Reife der zu beaufsichtigenden Schülerinnen und Schüler...

All diesen Regelungen gemein ist, daß der Umfang der Aufsichtspflicht sich nur nach der geistigen und charakterlichen Reife der Schüler richtet. Im Ergebnis wird hiernach nur wiedergegeben, was ohnehin in der Rechtsprechung bereits anerkannt ist, so daß die Regelungen inhaltsleer bleiben.

Gerade dieser Aspekt ist freilich immer Anlaß für Auseinandersetzungen mit der Schule, wenn das Wegschauen mit Hinweis auf eine angebliche geistige und charakterliche Reife begründet wird. Hier hilft nur, die Schule auf Mobbing (vgl. Tipps Mobbing Schule) konkret hinzuweisen, so daß solche Begründungen zumindest in der Zukunft nicht mehr gelten.

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Aufsichtspflichten in den Schulen Bayerns - Stellungnahme der GEW:

Abschließend soll an dieser Stelle noch auf Ausführungen der GEW in dem von ihnen herausgegebenen Jahrbuch 2007 für Baden Württemberg eingegangen werden, die man als Mindeststandard einfordern sollte:

"... Maßstab für das Eingreifen bzw. Planen ist der Grundsatz diligentia quam in suis (Sorgfalt wie bei meinen eigenen Angelegenheiten): Wie würde ich bei meinem eigenen Kind handeln, was würde ich bei meinem eigenen Kind von der Lehrkraft erwarten?..."
"... Daneben und unabhängig hiervon obliegt die Pflicht zur Beaufsichtigung der Schülerinnen und Schüler beim Unterricht und außerunterrichtlichen Veranstaltungen der zuständigen Lehrkraft. Aber auch eine nicht zur Aufsicht eingeteilte Lehrkraft muß bei einer Rauferei auf dem Schulhof eingreifen und auch andere an der Schule Beteiligte- z.B. sonstiges Personal, Eltern als Begleitpersonen bei außerunterrichtlichen Veranstaltungen - können an der Beaufsichtigung der Schülerinnen und Schüler teilhaben..."
"... Alle Lehrkräfte müssen
sich so verhalten, daß sich die Schülerinnen und Schüler stets beaufsichtigt fühlen...".

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