Sonderpädagogischer Förderbedarf in Bayern:

Sonderpädagogischer Förderbedarf in Bayern - was ist sonderpädagogischer Förderbedarf?

Unter sonderpädagogischem Förderbedarf versteht man Defizite von Schülern in Teilbereichen, die quantitativ über die bloßen Teilleistungsstörungen wie Legasthenie, Dyskalkulie oder Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS hinausgehen bzw. eine andere Qualität aufweisen.

Während in Teilbereichen wie Körperbehinderung, Sehbinderung oder Hörbehinderung Familien oftmals selbst sonderpädagogischen Förderbedarf wünschen und auch eine Beschulung in einer Sonderschule für diese Förderarten oftmals angestrebt wird, ist es überwiegend so, daß sonderpädagogischer Förderbedarf in anderen Bereichen (insbesondere als Lernbehinderung bzw. sozial-emotionaler Förderbedarf bei verhaltensauffälligen Kindern) als stigmatisierend und nachteilig gilt und deshalb verhindert werden soll.

Auch unter Berücksichtigung der Inklusion (gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf an normalen Schulen) gilt dies weiter fort, da Stigmatisierungen fortbestehen und nach wie vor Nachteile hinsichtlich des Zugangs bestimmter Schulformen bzw. Schulabschlüsse bestehen.

Sonderpädagogischer Förderbedarf - Feststellung sonderpädagogischer Förderbedarf:

Sonderpädagogischer Förderbedarf wird in einem Verwaltungsverfahren festgestellt.

Ein solches Verwaltungsverfahren kann von den Eltern eingeleitet werden, meist werden solche Verfahren aber durch die Schule gegen den Willen der Eltern eingeleitet.

Sollten ein solches Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs im Raum stehen, kontaktieren Sie mich bitte sofort. Mitunter kann man die Einleitung noch präventiv verhindern. Ist das Verfahren erst einmal eröffnet, dann wird es auch bis zum Ende durchgeführt (was natürlich nicht heißen muß, daß sonderpädagoghischer Förderbedarf festgestellt wird, aber es beinhaltet eine erhebliche Gefahr, daß dies am Ende herauskommt).

Das Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs beinhaltet eine gutachterliche Überprüfung, ob sonderpädagogischer Förderbedarf vorliegt. Sonderpädagogischer Förderbedarf ist in Bayern in den Bereichen

  • Sehen,
  • Hören,
  • körperliche & motorische Entwicklung,
  • geistige Entwicklung,
  • Sprache,
  • Lernen
  • und soziale-emotionale Entwicklung

möglich.

Ist ein Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs eröffnet, sollte man dies mit äußerster Vorsicht begleiten und sich möglichst frühzeitig zur Wehr setzen, denn die Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs ist dann sehr wahrscheinlich (auch wenn man selbst anderer Auffassung ist):

  • Praktische Relevanz haben solche Verfahren vor allem im Zusammenhang mit der Einschulung bei lernschwachen Kindern. Statt der begehrten Zurückstellung vom Schulbesuch sehen sich die Eltern plötzlich damit konfrontiert, daß Schulämter die Kinder in Sonderschulen mit dem Schwerpunkt Sprache oder Lernbehinderung abschieben wollen.
  • Die größte Relevanz unterschiedlicher Sichtweisen besteht allerdings nach wie vor bei verhaltensauffälligen Kindern (bspw. ADHS), die nach wie vor Gefahr laufen in Sonderschulen für sozial-emotionale Entwicklung abgeschoben zu werden.

Insbesondere in vorgenannten Fällen kontaktieren Sie mich deshalb für eine telefonische Erstberatung oder deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen möglichst frühzeitig, da die Chancen für eine erfolgreiche Gegenwehr um so größer sind, je früher man eingreift.

Sonderpädagogischer Förderbedarf in Bayern und Sonderschulen/Inklusion:

Eine nicht unerhebliche Frage bei der Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs ist der Förderort:

Schon seit jeher ist es so, daß Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf nicht zwangsläufig auf eine Sonderschule mußten - auch wenn dies natürlich sehr selten der Fall war. Durch die Inklusionsdebatte soll die Quote der Schüler, die im Rahmen der Inklusion unterrichtet wird, erhöht werden.

Bisher ist allerdings eher eine Entwicklung erkennbar, daß die wirklichen Problemfälle (da zu teuer, faktisch schwer durchführbar oder weil sie es selbst nicht wollen) weiter auf Sonderschulen gehen, während die Schulen Schüler mit Legasthenie oder Dyskalkulie bzw. Kinder mit ADHS kurzerhand für "behindert" zu erklären versuchen, um diese dann weiterhin bei sich zu beschulen - allerdings unter Hilfe einer sonderpädagogischen Lehrkraft.

Ungeachtet dessen ist es natürlich nach wie vor ein erhebliches Stigma, wenn sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wird - auch wenn man im Rahmen von inklusivem Unterricht ja zunächst dort verbleibt, wo man ist. Insbesondere beim Übergang in Klasse 5 ergeben sich aber massive Schwierigkeiten, da dann plötzlich Schulformen wie Realschule oder Gymnasium nicht offenstehen, wenn der sonderpädagogische Förderbedarf nicht zuvor aufgehoben wird - und das ist mitunter ein ziemlicher Kampf!

Nach alledem sollten Sie selbst wenn "nur" sonderpädagogischer Förderbedarf mit Inklusion im Raum steht, vorab zumindest eine Erstberatung durchführen, denn bereits dies kann erhebliche Folgen haben.

Wird Ihr Kind bereits mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Rahmen der Inklusion beschult, so sollten Sie sich spätestens ab Klasse 3 um eine Aufhebung bemühen, ansonsten sind massive Probleme beim Übergang in Klasse 5 zu befürchten. Auch diesbezüglich rate ich Ihnen zumindest eine Erstberatung an, meist kommen Sie sogar an einer Vertretung nicht vorbei.