Zurückstellung von der Schule in Bayern - Art. 37 BayEUG:

Wer der Auffassung ist, daß sein Kind lieber erst im kommenden Schuljahr die Schule besuchen sollte, dem bleibt die Möglichkeit einer Individualentscheidung - die Zurückstellung von der Schule.

Zurückstellung von der Schule in Bayern - Art. 37 BayEUG:

Vorangestellt sei die gesetzliche Regelung:

Art 74 BayEUG - Vollzeitschulpflicht
(1)…
(2) Ein Kind, das am 30. September mindestens sechs Jahre alt ist, kann für ein Schuljahr von der Aufnahme in die Grundschule zurückgestellt werden, wenn zu erwarten ist, daß das Kind voraussichtlich erst ein Schuljahr später mit Erfolg oder nach Maßgabe von Art. 41 Abs. 1 am Unterricht der Grundschule teilnehmen kann. Die Zurückstellung soll vor Aufnahme des Unterrichts verfügt werden; sie ist noch bis zum 30. November zulässig, wenn sich erst innerhalb dieser Frist herausstellt, daß die Voraussetzungen für eine Zurückstellung gegeben sind. Die Zurückstellung ist nur einmal zulässig; Art 41 Abs. 2 bleibt unberührt. Vor der Entscheidung hat die Schule die Erziehungsberechtigten zu hören. Für den Widerruf einer Aufnahme auf Antrag gelten Satz 2 Halbsatz 2 und Satz 4.

Zurückstellung von der Schule in Bayern - Zurückstellungsantrag:

Festzuhalten ist demnach, daß die Zurückstellung vom Schulbesuch einen entsprechenden Antrag der Eltern voraussetzt. Eine Eigenentscheidungsbefugnis der Eltern über die Zurückstellung von der Schule besteht - trotz weitverbreiteter gegenläufiger Annahme – nach nicht.

Die Entscheidung trifft folglich die Schule und zwar unter der Voraussetzung, ob der schulische Mißerfolg mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist als Ermessensentscheidung.

Für eine telefonische Erstberatung zu Ihrem konkreten Fall oder einer deutschlandweiten Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Zurückstellung von der Schule und übliche Verwaltungspraxis:

Tatsächlich ist allerdings eine Tendenz erkennbar, daß Schulen (und im Rahmen von Widerspruchsverfahren auch Schulmäter) Zurückstellungsanträge äußerst restriktiv behandeln, was vielfache Ursachen haben mag, die auch außerhalb ihres Ermessenspielraums liegen, oftmals aber schwer nachzuweisen sind:

  • Oftmals sprechen recht deutliche Indizien dafür, daß einige Schulen ihre Klassen nicht vollbekommen und deshalb Zurückstellungen von der Schule „nicht gebrauchen können“.
  • Ungeachtet dessen sind sich alle Bundesländer bei der restriktiven Behandlung von Zurückstellungsanträgen einig, was seinen Ursprung im Hamburger Abkommen hat, das politisch zu einer Einschulung immer jüngerer Kinder führt und einen Konsens zur restriktiven Behandlung von Zurückstellungsanträgen beinhaltet. Wenn sich alle Parteien bereits über die Rente mit 67 einig sind, kann es natürlich auch nicht schnell genug gehen, Kinder in die Schule und damit zu einem Schulabschluß zu bekommen.

Wie dem auch sei, muß man sich auf einen harten Kampf gefaßt machen. Wenn dem Antrag nicht innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens stattgegeben wird, ändert sich regelmäßig auch später ohne rechtlichen Gegendruck nichts mehr. Bitte kontaktieren Sie mich für eine telefonische Erstberatung oder deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen demnach möglichst frühzeitig. Dann sind die Chancen am größten.

Zurückstellung vom Schulbesuch und sonderpädagogischer Förderbedarf:

Eine nicht zu unterschätzende Gefahr besteht neuerdings auch darin, daß viele Schulen/Schulämter anläßlich der Stellung eines Antrags auf Zurückstellung von der Schule ihrerseits Gegendruck erzeugen und ein Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs mit dem Ziel einleiten, das Kind sofort einzuschulen und zwar möglicherweise in einer Sonderschule.

Wird dies kommuniziert, so kontaktieren Sie mich für eine telefonische Erstberatung oder deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen bitte so schnell als möglich. Wenn sich hier erst einmal eine Eigendynamik zu Ihren Lasten entwickelt hat, kann es brandgefährlich werden.

Zurückstellung vom Schulbesuch und weitere relevante Themen zur Einschulung:

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